Ulrichskirche

Filialkirche zum Hl. Ulrich in Deutschlandsberg

An der Römerstraße, die vom Radlpass her kommend, ins Murtal führte, gab es am Ulrichsberg vermutlich schon zur römischen Zeit einen Gutshof (siehe Römergrabstein an der Außenseite der Kirche). Er überstand die Zeit der Völkerwanderung (378 – 568) und wurde dann von den eingewanderten Slawen übernommen. Nach seiner Lage nannten sie ihn Udulenidvor = Hof im Tal. Er stand vermutlich dort, wo heute das Schloss Frauenthal steht. Weil er ein Fronhof war, entstand daraus der Name „Frauental“. Reste einer burgähnlichen Anlage sind vermutlich bei der letzten Restaurierung freigelegt worden und werden weiter unten besprochen. Ihr schlossen christliche Missionare aus dem Süden (Patriarchat Aquileia) eine Kirche an, die sie dem Hl. Markus weihten. So ist das Christentum von Aquileia aus in unsere Gegend gekommen.

Am 14. Juni 811 legte Kaiser Karl der Große die Drau als Grenze zwischen den beiden Diözesen Salzburg und Aquileia fest. So begann bei uns allmählich die deutsche Kolonisierung.

Im Zuge der allgemeinen Neuverteilung von Grund und Boden nach der endgültigen Abwehr der Magyaren (Schlacht am Lechfeld, 10. 8. 955) schenkte der deutsche Kaiser Otto I. am 7. März 970 dem Erzbischof von Salzburg den Hof Udulenidvor, der auf deutsch mit „Nidrinhof“ übersetzt wurde, und zusätzlich 50 Königshuben zwischen Laßnitz und Sulm, das sind ca. 4500 Joch Grund.

Die Kirche hatte das Land urbar zu machen, Menschen anzusiedeln und die öffentliche Verwaltung aufzubauen. Dazu holte sich der Erzbischof bayrische Adelige ins Land, in unserem Fall die Familie der Kelzen, die aus dem Chiemgau stammten. Sie errichteten vermutlich einen Wehrbau beim Nidrinhof und bauten eine neue Kirche, die sie auf den Hl. Ulrich umtauften, weil dieser ein bayrischer Heiliger war. Die gotische Bausubstanz aus dieser Zeit (Strebepfeiler, Apostelkreuze, Sakramentsnische) sind noch vorhanden.

Die Kirche war eine königliche Eigenkirche mit Pfarrrechten, die allerdings im Jahre 1136 auf St. Florian übergingen. Trotzdem wurde noch bis 1373 in St. Ulrich voller Pfarrgottesdienst gehalten. Als Filiale von St. Florian war sie eine beliebte Wallfahrtskirche geworden, die mehrmals mit päpstlichen Ablässen ausgestattet worden ist. Im Zuge der josefinischen Pfarrregulierungen im Jahre 1783 wurde der Ulrichsberg und das Schloss Frauenthal nach Deutschlandsberg eingepfarrt, die Kirche selber wurde erst 1885 zur Filialkirche unserer Pfarre. Im 19. Jahrhundert fast vor dem Abbruch stehend, wurde sie erst nach dem 2. Weltkrieg vor dem Verfall gerettet. Nach der ersten großen Renovierung konnte sie am 6. August 1967 wieder eingeweiht werden. 1996 begann die zweite Generalsanierung, die bis 1998 dauerte, und nach Restaurierung der Inneneinrichtung konnte sie am 12. Juni 2000 ihrer Bestimmung zurückgegeben werden.



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